Kulturkontakt zur Zeit der Völkerwanderung: Koexistenz, Verflechtung oder „Clash of Cultures“?

Kulturkontakt zur Zeit der Völkerwanderung: Koexistenz, Verflechtung oder „Clash of Cultures“?

Organisatoren
Christian Scholl, Westfälische Wilhelms-Universität Münster / Exzellenzcluster „Religion und Politik“ / Institut für Frühmittelalterforschung / Centrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung
Ort
Münster
Land
Deutschland
Fand statt
Hybrid
Vom - Bis
22.09.2022 - 23.09.2022
Von
Anne-Greta Sacher, Institut für Geschichte, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Vielfältige Formen der Begegnung sowie wechselseitige Austauschprozesse zwischen ‚Barbaren‘ und ‚Römern‘ im Kontext der sogenannten Völkerwanderungszeit bildeten den Schwerpunkt der interdisziplinären Tagung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Expert:innen für spätantike und frühmittelalterliche Geschichte und Archäologie fragten nach Trägern, Verläufen, Ausformungen und Qualität von Kulturkontakten zwischen einheimischen und zugewanderten Personengruppen. Nicht eine einseitig angenommene Transformation der römischen Welt stand dabei im Fokus, sondern Einflüsse in beide Richtungen und Interaktionen, die von friedlicher oder indifferenter Koexistenz über produktive Verflechtung bis hin zu gewaltvollen Zusammenstößen zwischen polyethnischen und polyreligiösen Personenverbänden reichten.

Den Auftakt machte CHRISTIAN SCHOLL (Münster) mit einleitenden Bemerkungen zu mittlerweile überholten, aber anhaltend wirkmächtigen Bildern des 19. Jahrhunderts sowie prägenden Großnarrativen der älteren Forschung über die Völkerwanderungszeit. Sowohl Katastrophentheorie als auch Germanist view verhandeln den historischen Zeitraum als Phase radikalen Umbruchs, wenngleich mit divergierenden Bewertungen, wohingegen die Kontinuitätstheorie die Beständigkeit bestimmter Strukturen betont. Kulturkontakte wiederum spielen in der Forschungslandschaft, die maßgeblich von der Wiener Schule ausgebaut wurde, seit den 1990er-Jahren eine verstärkte Rolle. Hieran anknüpfende definitorische und konzeptionelle Überlegungen schlossen den Überblick.1

ROLAND ZINGG (Mainz) thematisierte die Verhältnisse im Burgunderreich mit abgrenzenden sowie integrierenden Reflexen auf ideologischer und praktischer Ebene des Zusammenlebens. Er zeichnete den Prozess der Ansiedlung und Etablierung der Burgunder als possessores nach und beleuchtete die politische und religiöse Situation in der Sapaudia. Während Autoren der römischen Provinzialaristokratie wie Sidonius Apollinaris das Zusammenleben mit den als kulturell unterlegen empfundenen ‚Barbaren‘ beklagen und als Zumutung schildern, zeigen weitere Quellen, dass der materielle und physische Teilungsprozess bei der gallorömischen Elite zwar wenig Begeisterung auslöste, jedoch als notwendig anerkannt werden konnte. Die zahlenmäßig kleine Gruppe der Burgunder mit ihrer vergleichsweise offenen Religionspolitik und die provinzialrömische Bevölkerung konnten somit trotz Reibungspunkten koexistieren.

Das Ostgotenreich Baduilas und die Bedeutung religiöser Differenz standen im Zentrum von MARCO CRISTINIS (Rom) Analyse: Im Anschluss an die Diskussion der Frage, ob und inwieweit Baduila selbst dem arianischen Bekenntnis folgte, untersuchte Cristini das Verhältnis des Ostgotenkönigs zu Rom anhand des herrscherlichen Umgangs mit katholischen Gotteshäusern sowie Bischöfen und Mönchen. Hier sei die Positionierung Baduilas insgesamt weitaus komplexer und weniger eindeutig als teils unterstellt – Momente von Akzeptanz und Toleranz lassen sich neben Hinweisen auf Verfolgung der anderen Religionsgruppe finden. Statt der arianischen Häresie akzentuieren Quellen jedoch vielmehr Baduilas vermeintlich allgemeine Grausamkeit und Härte, was die These erlaubt, dass Religion eine eigentlich eher untergeordnete Rolle in dem Konflikt gespielt habe.

Die zweite Sektion rückte die materielle Kultur in den Mittelpunkt: PHILIPP VON RUMMEL (Berlin) skizzierte und problematisierte zunächst Annahmen der älteren Forschung, darunter den Germanenbegriff und eine ethnische Interpretation von Funden. Neuere Untersuchungen zeigen, dass sich archäologische Phänomene und Objektgruppen keineswegs präzise und linear mit einzelnen ethnischen Personengruppen oder Regionen verbinden lassen, sondern von deutlich vielschichtigeren Austauschprozessen unterschiedlicher Qualität zeugen. Ein Vorteil der Archäologie besteht etwa im Erkennen von Kontakten über eine weite Distanz und (Dis)Kontinuitäten in Fernhandelsbeziehungen. Fallbeispiele boten anschließend Einblick in die Sachkultur des ostgotischen Reiches: Die archäologischen Quellen würden hierbei keinen clash of cultures erkennen lassen, vielmehr erscheine Verflechtung als passender Begriff, wobei einzelne Stränge noch auszudifferenzieren seien.

Die beiden nachfolgenden Vorträge standen unter dem Vorzeichen der Archäogenetik: Nach einer Einführung in Methoden und Forschungsstand der Populationsgenetik sowie Beschreibung des englischen Genpools präsentierte JOSCHA GRETZINGER (Jena) Ergebnisse der Analyse alter DNA im Hinblick auf Veränderungen der Bevölkerungsstrukturen Englands im Kontext der Völkerwanderungszeit. Anhand von ‚wandernden Genen‘, d.h. ermittelbaren DNA-Verschiebungen, lassen sich historische Wanderungsbewegungen sichtbar machen und hier etwa kontinentale Einflüsse auf lokale DNA untersuchen. Die archäogenetische Untersuchung von mehr als 400 Samples aus Eisen- und Bronzezeit sowie Frühmittelalter konnte für die Völkerwanderungszeit eine beträchtliche Migration von Kontinentaleuropa, genauer dem Nordseeraum (Norddeutschland und Dänemark) nach (Ost)England nachweisen.

Das internationale, interdisziplinäre Großprojekt „HistoGenes“, das von WALTER POHL (Wien) vorgestellt wurde, setzt sich mit ebensolchen Fragen, Methoden und Zielen auseinander. Das vom European Research Council (ERC) geförderte Forschungsvorhaben untersucht Zu- und Abwanderungen in Ostmitteleuropa auf Grundlage genetischen Materials von über 6000 Individuen und vereint dabei Perspektiven aus Genetik, Archäologie, Geschichte und Anthropologie. Fortschritte der Archäogenetik und die breite Zusammenarbeit erlauben einen neuen Blick auf Bevölkerungsveränderungen, Migrationsverhalten und Lebensbedingungen der lokalen communities in einem europäischen Raum, der im Frühmittelalter von politischen und sozialen Veränderungen geprägt war und aufgrund von über 100.000 Gräbern mit Grabbeigaben ein besonders reizvolles Untersuchungsfeld darstellt.

Vortragende und Zuhörer:innen diskutierten das Verhältnis von Archäogenetik und Geschichtswissenschaften anschließend lebhaft und problematisierten sowohl Kritik vonseiten der Wissenschaft2 als auch Gefahren einer (nationalistischen) Instrumentalisierung neuer Forschungsdaten in gesellschaftlichen Diskursen um Genetik, Ethnizität, Herkunft und Identität.

Kulturkontakte auf religiöser, technischer und ökonomisch-infrastruktureller Ebene behandelte die dritte Sektion. GERDA HEYDEMANN (Berlin) analysierte Identitätskonstruktionen im ostgotischen Italien und beleuchtete in diesem Zusammenhang Bedeutung und Verhältnis von ethnischer und religiöser Differenz. Während die ältere Forschung beide Aspekte entweder vollkommen getrennt voneinander behandelt oder unhinterfragt in eins gesetzt hatte, sei zu untersuchen, ob und inwieweit gotische Herkunft und Arianismus im Fremd- und Selbstverständnis tatsächlich als deckungsgleich verstanden oder dargestellt wurden. Für das Ostgotenreich zeigte Heydemann auf, dass ‚Arianer‘ in nicänischen Texten zwar als polemisches Label genutzt wird, sich die Verknüpfung von Religion und Ethnizität hinsichtlich der Identitätsbildung jedoch als nuancierter darstellt.

Die Nichtbeherrschung bestimmter Kulturtechniken fungiert wiederholt als Nachweis einer vermeintlichen Unterlegenheit und ist als wiederkehrender Vorwurf in Quellen und älteren Darstellungen zur Völkerwanderungszeit zu finden. Hieran anknüpfend kontrastierte CHRISTIAN SCHOLL (Münster) überholte Vorstellungen von den ‚Barbaren‘ als Zerstörern von Kultur und Wissen mit der Untersuchung von Austauschprozessen im Bereich Technik. Migrationsbedingte Veränderungen führten zu neuen Bedarfen, sodass den Kenntnissen von Methoden und Praktiken, die von der Olivenölherstellung über die Nutzung militärischer Ausrüstungsgegenstände bis hin zur Eisenwarenproduktion reichten, große Bedeutung zukam. Wissenstransfer zwischen ansässigen und eingewanderten Gruppen verlief dabei keineswegs nur in eine Richtung, vielmehr deuten die Quellen auf wechselseitige Aneignung von Techniken hin. Darüber hinaus kam es in den frühmittelalterlichen Barbarenreichen zu Transformationen und Innovationen, etwa der Herausbildung gänzlich neuer Produktionstechniken.

Verflechtungsprozesse jenseits von Religion thematisierte auch CHRISTIAN STADERMANN (Greifswald) und betrachtete Südwestgallien als besondere Kontaktzone, die sich durch vielfältige Verbindungen in weitere Räume über Land und See auszeichnete. In seinem Vortrag zeigte er zunächst die Voraussetzungen in der römischen Provinz auf, um anschließend anhand archäologischer und schriftlicher Quellen die ökonomischen, verkehrsinfrastrukturellen und politisch-militärischen Entwicklungen und Verflechtungen zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert zu beleuchten. Die Region an der Mittelmeerküste, die mit Narbonne als Hafen einen vielgenutzten Knotenpunkt besaß, tritt vor allem als Transfer- und Umschlagplatz für Waren und Personen hervor. Überlegungen zur Charakterisierung Septimaniens führten zur Diskussion der Begriffe Kontakt- und Transitzone.

Den Stichwörtern Gewalt und Konflikt widmete WALTER POHL (Wien) im Abendvortrag besondere Aufmerksamkeit: Anknüpfend an Vorüberlegungen zu begrifflichen Implikationen und Konnotationen zentraler analytischer Kategorien skizzierte er einleitend Forschungsdiskussionen, die sich um die Bewertung der langfristigen Veränderungen der römischen Welt als im Wesentlichen friedlicher oder gewaltvoller Prozess drehen. Während Begriffe wie Kulturkontakt, Transfer, Transformation oder Verflechtung, die heute verstärkt zur Analyse herangezogen werden, oftmals eine zumindest unterschwellig positive Einschätzung transportieren, vollzogen sich die Entwicklungen der Völkerwanderungszeit weder für alle Beteiligten auf Augenhöhe noch konflikt- oder gewaltfrei, was nicht aus dem Blick geraten dürfe. Dynamiken von Gewalt verfolgte Pohl dann anhand von Schilderungen bei Severin von Noricum und Prokop, die gleichzeitig deutlich machen, dass sich auch hier die Parteilichkeiten nicht in ‚Römer‘ vs. ‚Barbaren‘ erschöpfen, sondern die Gemengelage jeweils komplexer war.

Literarische Verhandlungen von Kulturkontakten sowie die Thematisierung von Herkunft und Abstammung auf Diskursebene betrachteten die Vortragenden der vierten Sektion: SOPHIA MÖSCH (Münster) konzentrierte sich auf ausgewählte Schriften Alkuins von York, die, wenngleich nicht zur Zeit der Völkerwanderung verfasst, in der Rückschau Bezüge zur Spätantike und römischen Herrschaft herstellen. In ihrer Analyse zeichnete sie die Verwendung zentraler Begrifflichkeiten wie patria, imperium und gentes im Gedicht über die Geschichte der Kirche von York und Northumbria, dem Versus de patribus regibus et sanctis euboricensis ecclesiae, sowie einem Brief Alkuins an Karl den Großen (Epist. 257) zu dessen Kaiserkrönung nach.

Die Darstellung der Heruler als – besonders barbarische – ‚Barbaren‘ bei Prokop von Caesarea nahm JAKOB RIEMENSCHNEIDER (Innsbruck) in den Blick und fragte nach zugrundeliegenden Konzepten der Konstruktion. Die Heruler, Soldaten und Verbündete im römischen Heer, erscheinen bei Prokop als körperlich groß und stark, der Trinkerei zugeneigt, unberechenbar und im Kampf schwer kontrollierbar. Neben diesen ‚prototypischen‘ Facetten fungiert jedoch vor allem ein wiederkehrend artikuliertes Unverständnis angesichts der sinnlosen Handlungen und Verhaltensweisen des Volkes als zentrales Element des Framings, mit dem die grundsätzliche Unterlegenheit der Barbaren betont wird. Riemenschneider verwies abschließend auf Erwartungshorizonte des Publikums sowie genreübergreifende Elemente eines Diskurses über die ‚Barbaren‘.

Das Verhältnis zwischen römischer Welt und ‚Barbaren‘ im Zusammenhang mit Identitäten, Abgrenzungen und vermeintlich eindeutigen Gegensatzpaaren stand im Mittelpunkt der letzten Sektion. LAURY SARTI (Heidelberg) analysierte Zugehörigkeit zu und Anwendung von unterschiedlichen Rechtsformen unter Romani und Zugewanderten in der fränkischen Welt, wo römisches und gentiles Recht mindestens bis Ende des 9. Jahrhunderts nebeneinander existierten. Normative Quellen beinhalten Überlegungen zu Rechtsstatus und Identität der heterogenen Bevölkerung und zum (hierarchischen) Verhältnis zwischen Mehrheiten und Minderheiten. Dass die Pluralität des Rechts durchaus zu Widersprüchlichkeit führen konnte, zeigte Sarti exemplarisch anhand der Regularien zu Wergeldzahlungen in Tötungsfällen. Während sich Hinweise darauf finden lassen, für welche Personengruppen welches Recht gelten und wann appliziert werden sollte oder welche Bedeutung ethnischer und räumlicher Herkunft zukam, bleibt oftmals offen, wie in der Praxis mit rechtlicher Komplexität umgegangen wurde.

Mit der Frage, wie viel romanitas das Ende des Weströmischen Reiches überdauerte und wie römisches Selbstverständnis im Frankenreich des 6. Jahrhunderts dargestellt oder kommentiert wurde, befasste sich HENDRIK HESS (Bonn) anhand von Gregor von Tours‘ Aussagen in den Libri Historiarum Decem. In diesem Kontext erprobte und diskutierte er den Begriff der Ähnlichkeiten als „Konzept der unscharfen Grenzen“3, mithilfe dessen sich die Darstellungen in dem frühmittelalterlichen Geschichtswerk möglicherweise charakterisieren ließen. Inhaltliche und konzeptionelle Vorzüge und Nachteile der Denkfigur sowie Überschneidungen mit oder Implikationen für nahestehende Begrifflichkeiten wie Identität und Differenz wurden in Vortrag und Diskussion engagiert erörtert.

PHILIPP WINTERHAGER (Berlin) thematisierte die Verwendung von ‚Ost‘ und ‚West‘ als etablierten Termini zur Beschreibung der mediterranen Welt und setzte sich kritisch mit unterschiedlichen Bedeutungsebenen und Kontexten in der Forschungslandschaft auseinander, um anschließend dem Gebrauch der Bezeichnungen in lateinischen und griechischen Quellen nachzugehen. Im Mittelpunkt standen Fremd- und Selbstverortungen in Rom und Italien und die Überlegung, wer oder was im 8. Jahrhundert als westlich/östlich verstanden und benannt wurde, inwiefern geographische Regionen als Bezugsgröße von Bedeutung waren oder wie Differenzen im Hinblick auf konkrete Personengruppen etwa im Kontext von Migration oder religiösem Konflikt begrifflich gefasst wurden.

WOLFRAM DREWS (Münster) bündelte Tendenzen und zentrale Diskussionsstränge der Tagung und führte zu leitenden analytischen Kategorien zurück. Hierbei erinnerte Drews an Impulse aus den Postcolonial Studies: Das Konzept der Kontaktzone etwa, das auf Mary Louise Pratt zurückgeht, nimmt zwar Räume des Aufeinandertreffens von Kulturen in den Blick, geht dabei allerdings von radikal asymmetrischen Machtbeziehungen in imperialen Kontexten aus, sodass Zwang, Ungleichheit und Konflikt mitgedacht sind. Auch der Begriff der Transkulturalität, den Fernando Ortiz 1940 prägte, unterstreicht einerseits die Wechselseitigkeit von Austauschprozessen, bezieht aber andererseits explizit hierarchische Machtgefälle mit ein. Für den hier betrachteten Untersuchungszeitraum sei zu überlegen, ob entsprechende Dynamiken stärker berücksichtigt werden sollten. Drews plädierte in seinem Resümee außerdem für eine selbstbewusste Aufstellung der Fachkultur beim Anschluss an aktuelle Debatten der Gegenwartsgesellschaft sowie eine multiperspektivische und interdisziplinäre Ausrichtung der Spätantike- und Frühmittelalterforschung. Auch in der Abschlussdiskussion betonten Teilnehmer:innen die Vorzüge des fachlichen Austauschs über Disziplingrenzen hinaus, wobei der Wunsch nach Diskussion von Methoden und Erkenntnissen auf inhaltlicher Ebene statt ferner Polemik und automatischer Ablehnung dominierte.

Konferenzübersicht:

Christian Scholl (Münster), Begrüßung und Einführung

Sektion 1 – Moderation: Christopher Folkens

Roland Zingg (Mainz): Ideologischer Konflikt bei faktischer Koexistenz? Aspekte des Zusammenlebens von Romanen und Barbaren im Burgunderreich

Marco Cristini (Rome/Como): The Invisible Heresy: Arianism during Baduila’s Reign

Sektion 2 – Moderation: Theresa Rudolph

Philipp von Rummel (Berlin): Perspektive der Archäologie

Joscha Gretzinger (Jena): Ancient DNA und die Auswirkung der Völkerwanderung auf die Bevölkerungen Englands und Süddeutschlands

Walter Pohl (Wien): Fragen, Methoden und Ziele des Projektes „HistoGenes. Integrating genetic, archaeological and historical perspectives on Eastern Central Europe, 400-900 AD”

Sektion 3 – Moderation: Marcel Bubert

Gerda Heydemann (Berlin): Ethnische und religiöse Identitäten im ostgotischen Italien

Christian Scholl (Münster): Austauschprozesse zwischen „Barbaren“ und „Römern“ im Bereich Technik/Technologie

Christian Stadermann (Greifswald): Kontaktzone Septimanien

Walter Pohl (Wien): Konflikt und Kulturkontakt während der Völkerwanderungszeit

Sektion 4 – Moderation: Anna Petutschnig

Sophia Mösch (Münster): Describing Habitats and Politically Organised Communities: Reflections of Cultural Contact in the Language of Alcuin of York

Jakob Riemenschneider (Innsbruck): Wenn autopsia auf die Hausbibliothek trifft: Prokop von Kaisareia und die Konzeptualisierung des Barbaren

Sektion 5 – Moderation: Colin Arnaud

Laury Sarti (Heidelberg): Romani and the Compatibility of Roman and Gentile Law

Hendrik Hess (Bonn): Gloria Romanorum? Romanitas im Frankenreich des 6. Jahrhunderts

Philipp Winterhager (Berlin): „Ost und West“: Zur Situiertheit eines (vermeintlich) geläufigen Gruppierungsschemas im Rom und Italien des 8. Jahrhunderts

Wolfram Drews (Münster): Schlusskommentar

Abschlussdiskussion

Anmerkungen:
1 Philipp Meller, Kulturkontakt im Frühmittelalter. Das ostfränkische Reich 936–973 in globalhistorischer Perspektive, Berlin u.a. 2021.
2 Mischa Meier / Steffen Patzold, Gene und Geschichte. Was die Archäogenetik zur Geschichtsforschung beitragen kann, Stuttgart 2021.
3 Dorothee Kimmich, Ins Ungefähre. Ähnlichkeit und Moderne, Konstanz 2017, S. 9.